Velorace Dresden 2017

Velorace Dresden 2017

Meine verlängerte Rennrad-Wettkampfpause fand am vergangenen Wochenende mit dem Velorace in Dresden ein Ende. Ich möchte hier kurz meine Eindrücke von der Veranstaltung schildern sowie ein paar schöne Bilder vom Rennen und der Atmosphäre zeigen.

Das Velorace ist eine Jedermannveranstaltung inmitten der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Es stehen hier verschiedene Streckenlängen auf einem 21 Kilometer langen Rundkurs rund um die Altstadt sowie entlang des Elbufers zur Auswahl. Die längste Wettkampfstrecke ist 105 Kilometer und die kürzeste 21 Kilometer lang. Ich entschied mich bei meinem Wiedereinstieg für die 105 Kilometer lange Strecke, denn es sollte ja auch ein bisschen wehtun.

Der 21 Kilometer lange Rundkurs mitten in Dresden

Der 21 Kilometer lange Rundkurs mitten in Dresden

Da sich meine Trainingsstrecken aus zeitlichen Gründen in den letzten Wochen und Monaten auf 40 bis 50 Kilometer Länge beschränkten, war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwartet. Immerhin war das auch mein erster 100er in diesem Jahr… Diese Streckenlänge an sich ist eigentlich kein Thema, allerdings ist ein Radrennen auch im Jedermann-Bereich nicht zu unterschätzen.

Da ich am Rande der sächsischen Schweiz lebe, gibt es hier jede Menge knackige Anstiege. Diese fuhr ich in der Vorbereitung oft etwas intensiver, um die fehlenden längeren Ausfahrten zu kompensieren. Hinzu kamen einige schnellere Läufe und Einheiten auf dem “geliebten” Crosstrainer. Laut Strava nahm dann auch meine Formkurve stetig zu und ich bewegte mich kurz vor dem Rennen auf dem Niveau vom letzten Jahr, als ich den IM 70.3 in Rapperswil und den Velothon in Berlin erfolgreich absolviert habe. So war ich dann doch recht motiviert und fuhr am Tag vor dem Rennen meine Startunterlagen abholen.

Die Akkreditierung im Verkehrsmuseum Dresden

Die Akkreditierung im Verkehrsmuseum Dresden

Zum Thema Akkreditierung muss ich leider etwas Kritik loswerden. Zum einen ist die Webseite vom Velorace derart unübersichtlich, es gab dort nicht einmal Starterlisten (zumindest habe ich sie nicht entdeckt) und für das Herausfinden notwendiger Infos braucht man auch ein paar Klicks sowie einiges an Geduld. Des Weiteren war die Startnummernausgabe denkbar ungünstig inmitten in der Touristenhochburg neben der Frauenkirche. Das Verkehrsmuseum mag zwar ein ganz netter Ort dafür sein, aber für die meisten eher unpraktisch zu erreichen, da es mitten in der Fußgängerzone ist. Wieso macht man das nicht am Sportplatz wo eh die öffentlichen Parkplätze für das Rennen ausgeschildert sind und nicht so ein Menschenauflauf herrscht? Nicht zu vergessen, dass viele Teilnehmer oft von weiter weg mit dem Auto anreisen. Nun denn: Startnummer eingesackt, noch etwas Elektrolytpulver auf der Messe gekauft und ab nach Hause das Rad für das Rennen vorbereiten.

Meine Rennmaschine Canyon Ultimate AL im mittlerweile 5. Dienstjahr – absolut problemlos und robust:

#racebike

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Am nächsten Vormittag nach dem 2. Frühstück fuhr ich also Richtung Zentrum und begab mich in meinen Startblock (B). Der war schon recht voll sodass ich sehr weit hinten stand. Was natürlich in der Folge bedeutete, dass ich nahezu keine Chance hatte, in die Spitzengruppe zu fahren.

Bildergalerie mit Impressionen vom Drumherum:

In Berlin beim Velothon konnte ich im letzten Jahr von fast ganz vorne starten und hatte sogar Chancen auf den Zielsprint, da ich die ganze Zeit problemlos vorne mitgefahren bin. Ein Massensturz ca. 2 Kilometer vor dem Ende ließen meine Träume aber zerplatzen und ich landete mit defektem Schaltwerk “nur” auf Platz 87. Allerdings war das mein bisher bestes Ergebnis in einem Rennen gemessen an der Teilnehmerzahl (ca. 4000 Teilnehmer auf meiner Strecke).

Aber zurück zum Velorace 2017. Aufgrund meiner schlechten Startposition versuchte ich von Anfang an, Boden gut zu machen und weiter nach vorne zu kommen. Nach einigen Attacken und Zwischensprints gelang mir dies auch recht gut und es formierte sich eine stabile Gruppe von 20 bis 30 Fahrern. Ich versuchte immer wieder, die Geschwindigkeit hochzuhalten wenn es unnötig langsam zuging. An manchen Stellen fiel das Tempo plötzlich aus unerklärlichen Gründen auf 30 km/h, was eigentlich Trainingstempo ist. Also drückte ich immer wieder auf die Tube und animierte meine Mitfahrer zum schnelleren Fahren.

Die Strecke an sich ist ziemlich nett, hat aber einige Ecken die das Rennen etwas ausbremsen, kein Vergleich zu Berlin wo es eigentlich immer volle Pulle geht. Außerdem hatten wir auf der langen Strecke am Elbufer straffen Gegenwind, wo natürlich jeder nur Windschatten fahren wollte. Die Atmosphäre unter den Sportlern empfand ich trotz aller Anstrengung größtenteils als sehr gut und fair, niemand wurde ausfällig und es wurden immer brav Handzeichen gegeben. Zwischenzeitlich gab es dann noch eine Dusche, allerdings beschränkte sich der Regen auf eine Runde, sodass das Finale im Trockenen und bei Sonnenschein stattfinden konnte.

So kam ich insgesamt sehr gut durch und konnte zum Schluss noch fleissig meinen Zielsprint abliefern und landete in auf PLatz 2 oder 3 meiner Gruppe. Natürlich war meine Platzierung am Ende nicht der Rede wert (Rang 160 von ca. 460 Startern und 29 AK, Gesamtzeit 2:40h). Aber das Gefühl unterwegs und auch danach hat mich positiv überrascht, ich hatte zu keiner Zeit einen Einbruch und auch keinen Muskelkater, was ich mangels Training eigentlich befürchtet hatte.

Bildergalerie vom Rennen:

So zeigt mir das einmal mehr, dass es viel wichtiger ist, effektiv zu trainieren, gerade wenn man wenig Zeit hat und auch mal ein Rennen fahren will. Natürlich macht es auch Spaß, längere Strecken zu fahren. Aber um solch ein Rennen wie in Dresden oder Berlin erfolgreich bestreiten zu können, braucht es keine unendlich langen Trainingseinheiten.

Der Gewinner des Rennen soll übrigens nicht unerwähnt bleiben: Christian Thomas vom Team Strassacker konnte in einem Fotofinisch das Rennen nach 2:20h für sich entscheiden. Herzlichen Glückwunsch auch von mir, tolles Rennen!

Kurzer Nachtrag zum rennverlauf: In der vierten Runde gab es leider einen schlimmen Sturz. Ein(e) Rennfahrer(in) ist kurze Zeit vor uns mit einem Fußgänger in vollem Renntempo zusammengestoßen. Was genau passiert ist, habe ich bis dato nicht erfahren können. Ich wünsche aber allen Beteiligten gute Besserung! Trotz meiner negativen Einschätzung bei der Akkreditierung und der Website muss ich aber sagen, dass die Rennstrecke top abgesichert war und immer auf Gefahrenstellen hingewiesen wurde. Immerhin gab es jede Menge Straßenbahnschienen zu überqueren. Danke dafür liebes Velorace-Orgateam!

Was die sportliche Seite bei mir angeht, ist nun erst einmal wieder Formerhaltung angesagt, da ich in nächster Zeit beruflich viel zu tun habe, wird mein Fokus darauf liegen. Im nächsten Jahr möchte ich dann aber wieder öfter ins Renngeschehen eingreifen, mir schwebt dabei unter anderem der Velothon 180 vor, den 120er habe ich ja nun bereits zweimal gemacht. Ob meine Trainingszeit im nächsten Jahr auch für einen vollen Ironman reicht, kann ich noch nicht abschätzen, es wäre aber ein langersehnter Wunsch von mir, diese Strecke endlich einmal zu bewältigen. Der eine oder andere Radmarathon bzw. ein Etappenrennen wie die Erzgebirgsrundfahrt wäre allerdings auch mal eine feine Sache.

Solltet Ihr noch Fragen zu den Rennen in Berlin oder Dresden haben, kann ich Euch diese gern beantworten. Vielleicht sieht man sich irgendwann einmal im Rennen oder Training – Kette rechts!

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