Bild gefunden bei www.thevelohouse.com

Die Rennradwerkstatt

Das Frühjahr steht in den Startlöchern und kleinere Wartungs- und Reparaturarbeiten am geliebten Bike stehen nach der Überwinterung an. Diese kann man häufig selbst durchführen und dabei viel Geld und Zeit sparen, nebenbei lernt man auch noch die Technik seines Zweirades besser kennen. Für alle, denen es am nötigen Know-How fehlt, gibt es im Internet jede Menge Tutorials und Videos zu dem Thema. Ich beschränke mich hier auf die beiden deutschsprachigen Anleitungen von ROSE und roadbike.de sowie die kurzweiligen Videoanleitungen von GCN – einer der bekanntesten YouTube-Kanäle der Szene.


Professionelle Videoanleitungen von ROSE

Versandhändler ROSE hat auf YouTube eine hilfreiche Playlist zusammengestellt, in der Du einige Anleitungen für diverse Wartungs- und Reparaturarbeiten findest. Egal ob Schlauchwechsel oder Schaltung einstellen: die professionell gemachten Videos sind kurz gehalten und beschränken sich auf das Wesentliche. ROSE unterhält außerdem einen eigenen Blog mit diversen Themen rund ums Fahrrad, in dem  unter anderem auch diese Videos eingebunden sind -> bike-channel.tv.

Die komplette Anleitungs-Playlist findest Du beim Klick auf das Menü in der linken oberen Ecke des Videos:


Die umfangreiche Rennradwerkstatt von roadbike.de

Die Rennrad-Werkstatt von roadbike.de

Die Rennrad-Werkstatt von roadbike.de

Auf der Webseite des Rennradmagazins Roadbike sind jede Menge hilfreiche Tutorials zum Thema Wartung und Reparatur von Rennrädern in einer separaten Kategorie zu finden  -> www.roadbike.de/know-how/werkstatt. Zudem gibt es diese Anleitungen auch gebündelt in einer Smartphone-App, was sehr praktisch ist wenn man gerade unterwegs ist oder am Rad schraubt. Beide Apps sind kostenpflichtig, die Investition der knapp 4 Euros lohnt sich allerdings:

Die Roadbikeapp im Apple Appstore

[appbox appstore id633400747]

Die Roadbikeapp im Google Play Store

[appbox googleplay com.webapix.roadbike]


Unterhaltsam und aktuell – GCN

Das britische Online-Magazin Global Cycling Network (GCN) ist bekannt für seine informativen Videos. Neben Fahrtechniktipps, Rennberichten und Messebesuchen haben sie auch zahlreiche Tipps für die Rennradreparatur auf Lager und sagenhafte 176 Videos in ihrer Playlist. Wer einigermaßen gut englisch versteht, findet hier hier mit Sicherheit das eine oder andere nützliche Video.


Hast Du ebenfalls ein cooles Tutorial-Video zum Thema Rennrad auf Lager, einen Link oder einen Tipp für die Rennradgemeinde? Dann darfst Du Dich gern in den Kommentaren austoben aber auch gern diesen Beitrag teilen.

Solltest Du noch Fahrradwerkzeug benötigen, findest Du hier bei Amazon mit Sicherheit, was Du brauchst.

SRAM RED® eTAP

Drahtlos glücklich: SRAM RED® eTap

Drahtlose Verbindungen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, egal ob Internet, Soundanlage oder Babyphone – eine Verkabelung ist heutzutage oft überflüssig. Das hat auch SRAM erkannt und präsentierte im vergangenen Jahr auf der Eurobike in Friedrichshafen die weltweit erste elektronische Schaltgruppe für Rennräder, die ohne Kabel auskommt – die SRAM RED® eTap. Nun ist sie auch bei ausgewählten Händlern in Deutschland verfügbar.

Das Prinzip dieser drahtlosen Schaltgruppe ist recht simpel: zwei akkubetriebene Empfängermodule (Umwerfer und Schaltwerk) erhalten ihre Signale von zwei Sendern (Schaltbremshebel). Die Akkus der Empfänger sollen bis zu 1000 Kilometer durchhalten und können untereinander getauscht werden, sollte einer der beiden unterwegs schlapp machen. Die Schaltbremshebel enthalten je eine Knopfzelle die bei 15 Stunden Gebrauch pro Woche bis zu zwei Jahre durchhalten sollen.

Sender und Empfänger haben jeweils eine Leuchtdiode zur Ladezustandsanzeige, die je nach verbleibender Power unterschiedliche Blinksignale aussendet. Künftig sollen externe Geräte den Ladezustand anzeigen können, da die Module mit dem ANT+ Standard arbeiten. SRAM arbeitet eng mit Garmin zusammen, sodass künftig auch eine optische Anzeige an Radcomputern möglich sein wird. Denkbar ist natürlich auch eine Smartphone-App, mit der man das System überwachen könnte.

SRAM RED® eTap

SRAM RED® eTap

Auch SRAM hat an Zusatzschalthebel für individuelle Zwecke gedacht, die sogenannten Blips können an beliebiger Stelle am Lenker angebracht werden. An der Blipbox für Zeitfahrräder können bis zu vier diese kleinen Schalter angeschlossen werden (2 pro Seite). Bei normalen Rennradlenkern werden die Blips am regulären Schaltbremshebel angeschlossen.

Die Schaltfolge ist recht simpel konzipiert: der linke kleine Hebel bewegt die Kette beim Druck nach innen auf das nächstkleinere Ritzel am Hinterrad, der rechte macht genau das Gegenteil. Um den vorderen Umwerfer zu betätigen, werden beide Hebel einer Seite gemeinsam gedrückt und die Kette bewegt sich dann entweder aufs kleinere Ritzel (rechte Seite) oder auf das große Blatt (linke Seite).

Die Jungs von GCN haben ein paar gute Videos zur eTAP gemacht, das folgende geht auf die Technik der Schaltgruppe ein (Englisch):

Wie gut sich diese Schaltgruppe bewährt, werden erst Langzeittests und Kundenfeedbacks zeigen. Im Profifeld ist sie schon länger im Dauereinsatz und macht scheinbar einen guten Job. Was allerdings die breite Masse vom Kauf abhalten dürfte, ist der hohe Preis: derzeit reißt der drahtlose Luxus noch ein großes Loch in den Geldbeutel – knapp 1450,- Euro kostet allein das Upgrade-Kit (gesehen bei Bike24)!

Link zur Herstellerseite: SRAM RED® eTAP

Scheibenbremsen am Rennrad (Bild: Irmo Keizer/Shimano)

Die Bremse ist eine Scheibe

Ab 2016 sind Scheibenbremsen an Rennrädern bei der World Tour, Pro Continental Tour und Continental Tour offiziell von der UCI zugelassen. Bereits in der Saison 2015 konnten Profiteams den Einsatz dieser Bremsentechnik bei diversen UCI-Rennen testen. Die Testphase erstreckt sich zwar noch über die gesamte Saison 2016, ab 2017 sollen Scheibenbremsen dann wohl endgültig freigegeben werden. Da der Profisport schon immer Vorreiter bei technischen Entwicklungen war, wird dies auch Auswirkungen auf die Amateur- und Jedermannszene haben. Viele Hersteller haben schon seit längerer Zeit Rennräder mit den Discs im Angebot.

Scheibenbremsen haben einen enormen Sicherheitsvorteil gegenüber herkömmlichen Felgenbremsen, da sie auch bei nassen Verhältnissen sicheres Bremsen ermöglichen. Aber auch bei langen Bergabfahrten sind sie ein Sicherheitsgewinn, da sich die Felgen bei längerem Verzögern nicht wie Felgenbremsen erhitzen was die Reifen zum Platzen bringen kann. Im Mountainbikesport haben Scheibenbremsen die bewährten Cantileverbremsen schon vor vielen Jahren abgelöst und sind dort nicht mehr wegzudenken. Auch beim Cyclocross sind Scheibenbremssysteme inzwischen im Vormarsch.

In der Rennradszene sind Scheibenbremsen jedoch nicht bei allen Fahrern beliebt, da sie dem Rad eine neue und ungewohnte Optik verleihen. Ausserdem sind sie etwas schwerer und wartungsaufwändiger als herkömmliche Felgenbremsen. Elegant integrierte Bremsen wie bei vielen aktuellen Modellen sind damit nicht mehr möglich. Einige Profis bemängeln zudem, dass sich im hektischen Renngeschehen das Vorderrad an der hinteren Bremsscheibe des Vordermannes aufschlitzen könnte. Solch ein Vorfall ist jedoch in der bisherigen Testphase nicht aufgetreten. Da Scheibenbremsen allerdings nicht in allen Trainings- und Rennsituationen einen Vorteil bringen, bieten viele Hersteller einige ihrer Modelle parallel mit beiden Systemen an, so wie zum Beispiel Bianchi:

Mechanisch oder hydraulisch?

Scheibenbremssysteme gibt es in zwei Ausführungen: als ein rein mechanische Version mit herkömmlichen Bowdenzügen oder als geschlossene hydraulische. Bei den mechanischen Varianten können herkömmliche Brems-/Schalthebel verwendet werden, außerdem sind sie günstiger und einfacher zu montieren. Bei den hydraulischen Systemen sind spezielle Hebel notwendig. Der entscheidendeVorteil gegenüber den mechanischen Systemen ist, dass hier keine Züge schleifen können und so die Bremswirkung beeinträchtigen. Jedoch müssen die hydraulischen Systeme sorgfältig entlüftet wreden, damit sich der volle Bremsdruck aufbaut.

Bei der Wahl der Achse gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten: es gibt Systeme mit herkömmlichen Schnellspannern und auf der anderen Seite Steckachsen wie beim Mountainbike. Steckachsen haben den Vorteil, dass sie stabiler sind und das Rad passgenau fixieren auch wenn ein schneller Radwechsel notwendig ist. Bei den Profis hat man sich mittlerweile auf einen Standard bei den Steckachsen geeinigt: 10/100 mm am Vorderrad und 12/142 mm am Hinterrad (Durchmesser/Länge). Schnellspanner wiederum sind weit verbreitet und können mit einem geringeren Gewicht aufwarten, hier gibt es zig Leichtbauvarianten für Tuningfans.

Fazit

Scheibenbremsen sind ein enormer Sicherheitsgewinn. Gerade bei Radrennen, langen Abfahrten oder schlechtem Wetter haben sie dank ihrer erhöhten Bremssicherheit einen enormen Vorteil gegenüber herkömmlichen Felgenbremsen. Diese werden allerdings weiterhin ihre Existenzberechtigung haben, da sie zum Beispiel im Triathlonsport meistens vollkommen ausreichend sind. Aber auch bei Tourenfahrten im Flachen sind Scheibenbremsen nicht unbedingt notwendig. Hinzu kommt der bereits erwähnte Designaspekt: schöne Räder werden wohl auch in Zukunft vorwiegend ohne Scheibe gebaut. Dank dem vermehrten Einsatz von Scheibenbremsen im Profisport werden sich diese jedoch wohl ähnlich wie elektronische Schaltungen trotz hartnäckiger Vorbehalte auch im Amateur- und Hobbyradsport auf lange Sicht durchsetzen.

Links

Offizielle Pressemeldung der UCI zu Scheibenbremsen im Profi-Strassenradsport